Steuererklärung in Deutschland: ELSTER, Steuersoftware oder Steuerkanzlei für Körperschaft- und Gewerbesteuer im Vergleich

Unternehmen in Deutschland sind regelmäßig zur Abgabe einer Körperschaftsteuererklärung und einer Gewerbesteuererklärung verpflichtet. Vor der ersten Einreichung stehen viele Geschäftsführer vor der Frage, ob sie die Formulare selbst über das Portal ELSTER erstellen, eine kommerzielle Steuersoftware einsetzen oder eine Steuerkanzlei beauftragen. Die Wahl hängt von der Komplexität der Geschäftstätigkeit, dem vorhandenen Steuerwissen, der Qualität der Buchhaltung und dem Zeitbudget ab.

Körperschaft- und Gewerbesteuer: Was abzugeben ist

Kapitalgesellschaften, Genossenschaften und andere juristische Personen sind in Deutschland körperschaftsteuerpflichtig. Der Steuersatz beträgt 15 Prozent des zu versteuernden Einkommens, gegebenenfalls zuzüglich Solidaritätszuschlag. Die Gewerbesteuer wird von der Gemeinde anhand des Gewerbesteuermessbetrags und des jeweiligen Hebesatzes festgesetzt. Der Hebesatz beeinflusst die Steuerbelastung direkt und kann je nach Standort deutlich variieren. Beide Steuerarten werden über elektronische Formulare beim zuständigen Finanzamt erklärt. Die Pflicht zur elektronischen Übermittlung besteht über die Plattform ELSTER.

ELSTER: Kostenfreier Zugang zur Finanzverwaltung

ELSTER ist das offizielle Portal der deutschen Finanzverwaltung und für die Abgabe der Steuererklärung grundsätzlich kostenfrei. Unternehmen benötigen ein Benutzerkonto für ihren Betrieb sowie die Steuernummer. Über ELSTER lassen sich die Formulare der Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuererklärung direkt ausfüllen. Das Portal führt durch die fachlichen Eingaben und führt formale Plausibilitätsprüfungen durch. Es ersetzt jedoch keine inhaltliche steuerliche Beratung. Für Unternehmen mit einfacher Kapitalstruktur, wenig Betriebsvermögen und überschaubaren Einkünften ist ELSTER ein funktionaler Einstieg.

Der Aufwand liegt in der Einarbeitung. Wer sich nicht mit Bilanzzusammenhängen, Hinzurechnungen und Kürzungen der Gewerbesteuer auskennt, sollte die Grenzen der Selbstbearbeitung realistisch einschätzen.

Steuersoftware: Geführte Erstellung mit ELSTER-Anbindung

Kommerzielle Steuersoftware bereitet die amtlichen Formulare auf und unterstützt die Erstellung der Steuererklärung mit Eingabemasken, Berechnungshilfen und Prüfroutinen. Für die Übermittlung nutzt die Software die ELSTER-Schnittstelle. Sie automatisiert formale Berechnungen, etwa die Ermittlung des Gewerbesteuermessbetrags oder die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Körperschaftsteuer. Eine inhaltliche Beratung – etwa zu steuerlichen Wahlrechten oder Gestaltungsmöglichkeiten – bietet sie nicht.

Voraussetzung ist die Fähigkeit, die richtigen Werte aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung abzuleiten. Diese Programme eignen sich für Unternehmen, die ihre Buchhaltung strukturiert führen und über grundlegende Steuerkenntnisse verfügen. Die Kosten liegen je nach Anbieter und Funktionsumfang üblicherweise im zwei- bis dreistelligen Euro-Bereich pro Jahr.

Steuerkanzlei: Vertretung und Haftung

Eine Steuerkanzlei erstellt die Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung auf Grundlage der übergebenen Unterlagen und übermittelt sie elektronisch. Sie prüft steuerliche Positionen, weist auf Risiken hin, nimmt Fristverlängerungen wahr und vertritt das Unternehmen gegenüber dem Finanzamt. Die Vergütung richtet sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), bemessen nach dem Gegenstandswert und dem Arbeitsaufwand. Eine verbindliche Kostenzusage kann nur die Kanzlei selbst im Einzelfall abgeben.

Bei grenzüberschreitenden Vorgängen, Beteiligungen, Umwand

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