Wer eine GmbH oder UG haftungsbeschränkt gründen möchte, stößt im Internet auf zahlreiche Dienste, die Beurkundung, Handelsregisteranmeldung und Gewerbeanmeldung begleiten. Die Angebote unterscheiden sich jedoch erheblich im Umfang. Die folgenden sieben Prüffragen helfen, vor einem Vertragsabschluss die wichtigsten Punkte sachlich zu klären.
Die Fragen im Überblick:
- Welche Rechtsformvarianten sind abgedeckt?
- Wer organisiert den Notartermin?
- Wie läuft die Handelsregisteranmeldung?
- Wie wird die Stammkapital-Leistung nachgewiesen?
- Wie werden Identifizierung und Unterschriften abgewickelt?
- Sind Kosten und Fristen nachvollziehbar?
- Wie werden Nachmeldungen und Bescheide behandelt?
1. Welche Rechtsformvarianten sind abgedeckt?
Eine Gründungsplattform sollte sowohl die GmbH als auch die Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt) abbilden können. Relevant ist, ob der Gesellschaftsvertrag den gesetzlichen Anforderungen entspricht und ob notwendige Sonderregelungen möglich sind. Grundlagen zur Unternehmensgründung bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) auf seinen offiziellen Seiten.
2. Wer organisiert den Notartermin?
Die Errichtung einer GmbH oder UG erfordert eine notarielle Beurkundung. Achten Sie darauf, dass die Plattform einen Termin mit einem in Deutschland zugelassenen Notar vermittelt oder Sie in die Lage versetzt, selbst einen Termin zu vereinbaren. Klären Sie vorab, welche Unterlagen zum Termin mitzubringen sind und wer die Entwürfe vorbereitet.
3. Wie läuft die Handelsregisteranmeldung?
Die Anmeldung zum Handelsregister erfolgt elektronisch. Seriöse Anbieter erklären, ob sie nur Entwürfe liefern oder die Übermittlung an das Registergericht unterstützen. Die offizielle Handelsregisterdatenbank unter handelsregister.de hilft zu verstehen, welche Angaben öffentlich eingetragen werden und welche Fristen für Änderungen gelten.
4. Wie wird die Stammkapital-Leistung nachgewiesen?
Bei der GmbH ist ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro vorgesehen, bei der UG das gesetzlich vorgeschriebene Mindestkapital. Entscheidend ist der Nachweis, dass die Einlage der Geschäftsführung verfügbar ist. Fragen Sie, welche Dokumente die Plattform für diesen Nachweis vorbereitet und wie ausstehende Einlagen behandelt werden. Die Prüfung durch den Notar kann kein Online-Dienst ersetzen.
5. Wie werden Identifizierung und Unterschriften abgewickelt?
Für die Registeranmeldung werden qualifizierte elektronische Signaturen benötigt. Viele Dienste arbeiten mit Videolegitimation oder elektronischen Signaturverfahren. Prüfen Sie, ob die angebotene Methode von den Registergerichten akzeptiert wird und ob die Verantwortlichkeiten klar geregelt sind. Auch für die Gewerbeanmeldung ist die Unterschrift der anmeldenden Person erforderlich.
6. Sind Kosten und Fristen nachvollziehbar?
Die Kosten einer Gründung setzen sich aus Notargebühren, Gerichtskosten, Gewerbegebühren und späteren Beiträgen zur Industrie- und Handelskammer (IHK) zusammen. Ein Dienst sollte diese Positionen transparent ausweisen. Für die steuerliche Anmeldung ist der amtliche Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER zu übermitteln. Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) informiert zu zentralen Steuerverfahren; die Steuernummer erteilt in der Regel das örtliche Finanzamt.
7. Wie werden Nachmeldungen und behördliche Bescheide behandelt?
Nach der Eintragung sind häufig weitere Schritte erforderlich. Dazu zählen Anmeldungen bei der Gemeinde, der IHK oder gegebenenfalls beim Zoll. Ein Gründungsdienst sollte klar angeben, ob er diese Schritte begleitet oder lediglich eine Checkliste bereitstellt. Germany Trade and Invest (GTAI) beschreibt die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen in Deutschland.
Offizielle Quellen
- BMWK – https://www.bmwk.de
- BZSt – https://www.bzst.de
- Handelsregister – https://www.handelsregister.de
- IHK – https://www.ihk.de
- ELSTER – https://www.elster.de
- Zoll – https://www.zoll.de
- GTAI – https://www.gtai.de
Stand: 2026-08-14
Alle Angaben ohne Gewähr; offizielle Fassungen prüfen.
Dieser Artikel ist keine Steuer- oder Rechtsberatung.

