UG-Gründungskosten 2025: Mit diesem Rechner kalkulieren Sie Ihre Startinvestition

Die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt) gilt als schlanker Einstieg in die Selbstständigkeit – nicht zuletzt wegen des Mindeststammkapitals von 1 Euro. Doch die tatsächliche Startinvestition besteht aus mehr als nur dem Stammkapital. Notar, Handelsregister, Geschäftskonto und gegebenenfalls Beratung schlagen zu Buche. Der folgende Rechner hilft Ihnen, die wesentlichen Posten systematisch zu erfassen und einen realistischen Kapitalbedarf zu ermitteln. Er ersetzt keine verbindliche Beratung, liefert aber eine belastbare Grundlage für Ihre Planung.

Welche Posten bestimmen die UG-Gründungskosten?

Die UG ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung in der Variante des GmbH-Gesetzes. Das Einsparpotenzial beim Stammkapital macht sie attraktiv, doch die Gründungsformalitäten sind im Grundsatz dieselben wie bei einer GmbH. Zu den wichtigsten Kosten zählen:

  • Notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrags (ggf. Musterprotokoll) und die Anmeldung zum Handelsregister.
  • Handelsregisterverfahren mit Gerichtskosten und öffentlicher Bekanntmachung.
  • Stammkapital als nicht verbrauchte Einlage – es bleibt in der Gesellschaft.
  • Steuer- und Rechtsberatung – optional, aber in komplexen Konstellationen empfehlenswert.
  • Geschäftskonto – erforderlich für die Einzahlung des Stammkapitals und den laufenden Zahlungsverkehr.
  • Sonstige Auslagen für Beglaubigungen, Kopien, Porti und digitale Signaturen.

Die Höhe der notariellen und gerichtlichen Gebühren ist gesetzlich geregelt und richtet sich unter anderem nach dem Stammkapital sowie der Ausgestaltung des Vertrags. Konkrete Beträge können daher nicht pauschal genannt werden. Die folgenden Werte sind als grobe Orientierung für Ihre Kalkulation zu verstehen.

Der UG-Gründungskosten-Rechner: So nutzen Sie ihn

Die folgende Tabelle listet die wichtigsten Kostenpositionen. Tragen Sie in der rechten Spalte Ihren voraussichtlichen Betrag ein. Nutzen Sie dafür entweder konkrete Angebote oder die angegebenen Erfahrungsgrößen. Addieren Sie anschließend alle Werte – so erhalten Sie Ihre voraussichtliche Startinvestition.

Kostenpunkt Beschreibung Typische Höhe (Planungsgröße) Ihre Kalkulation
Notarielle Beurkundung Beurkundung des Gesellschaftsvertrags, Anmeldung zum Handelsregister, ggf. Musterprotokoll ca. 400–600 Euro, je nach Aufwand und Stammkapital ______ Euro
Handelsregister-Eintragung Gerichtskosten für die Eintragung der UG inkl. Bekanntmachung im Bundesanzeiger ca. 100–250 Euro ______ Euro
Stammkapital Mindesteinlage 1 Euro, realistische Größe oft 500–2.500 Euro; bleibt als Eigenkapital in der Firma individuell, mind. 1 Euro ______ Euro
Steuerberater / Beratung Optional: Erstellung des Vertragsentwurfs, steuerliche Vorbereitung, Begleitung der Anmeldung ca. 200–500 Euro ______ Euro
Geschäftskonto Konto für die Einzahlung der Stammeinlage und den laufenden Betrieb häufig kostenlos, sonst ca. 5–15 Euro monatlich ______ Euro
Sonstige Auslagen Beglaubigungen, Abschriften, Porti, Telefon, digitale Signatur ca. 20–60 Euro ______ Euro

Wichtig: Das Stammkapital ist kein verbrauchter Kostenpunkt, sondern eine Einlage, die im Firmenvermögen bleibt. Trotzdem gehört es in die Startinvestition, da Sie es bei der Anmeldung nachweisen und auf dem Geschäftsbankkonto verfügbar haben müssen.

Rechenbeispiel: UG mit 1.000 Euro Stammkapital

Nehmen Sie an, Sie führen eine einfache UG im Dienstleistungsbereich und verwenden das Musterprotokoll. Eine realistische Beispielkalkulation könnte so aussehen:

Notarielle Beurkundung 450 Euro
Handelsregister-Eintragung 150 Euro
Stammkapital 1.000 Euro
Steuerberater (minimale Beratung) 200 Euro
Geschäftskonto (Anbahnung) 0 Euro
Sonstige Auslagen 40 Euro
Summe Startinvestition 1.840 Euro

Diese Summe ist lediglich ein Beispiel auf Basis üblicher Erfahrungswerte. Die tatsächlichen Gebühren können – je nach Standort, Notarin/Notar und Umfang der Beurkundung – nach unten oder oben abweichen.

Fristen, Gebühren und offizielle Angaben: Hinweis

Alle in diesem Artikel genannten Beträge sind bewusst als Planungsgrößen formuliert. Sie sind keine amtlichen Gebühren. Notarkosten ergeben sich aus dem Gerichts- und Notarkostengesetz, die Handelsregistergebühren aus dem Justizvergütungsgesetz und den Landesjustizkostenordnungen. Beide sind von verschiedenen Faktoren abhängig, zum Beispiel vom Stammkapital und dem Vertragsumfang.

Stand: prüfen Sie die aktuellen offiziellen Angaben. Da sich Gebührenordnungen und Ländersätze ändern können, verifizieren Sie alle Werte vor der Gründung über die zuständige IHK, die Notarinnen und Notare oder die gerichtliche Anlaufstelle. Diese Website übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der genannten Orientierungswerte.

Gründungskosten senken: sinnvolle Wege

Die Kosten lassen sich in einem gesetzlich zulässigen Rahmen beeinflussen:

  • Musterprotokoll verwenden: Bei einer Einpersonen-UG ohne besondere Sonderregelungen kann das gesetzliche Musterprotokoll die Beglaubigung vereinfachen und den Aufwand für den Notar reduzieren.
  • Stammkapital realistisch wählen: Ein niedriges Stammkapital senkt geringfügig die notarielle Gebührenbasis, kann aber Geschäftspartner und Banken verunsichern. Wählen Sie lieber eine Höhe, die Ihrem Geschäftsmodell entspricht.
  • Angebote vergleichen: Notarielle und beratende Leistungen sind nicht in jedem Fall identisch; transparente Vorabinformationen sparen Nacharbeit und Zusatzkosten.
  • Auf unnötige Extras verzichten: Achten Sie darauf, welche Leistungen tatsächlich für den Gründungsakt erforderlich sind. Beschreibungen wie „Logo-Schutz“ oder „Vollmachten“ sind oft optional.

Was Zusatzleistungen wirklich kosten

Neben den in der Tabelle genannten Hauptposten können weitere Ausgaben entstehen, die Sie in der Kalkulation berücksichtigen sollten:

  • Registrierung der UG im Transparenzregister – die Eintragung ist kostenlos, aber die Erfassung der wirtschaftlich Berechtigten ist Pflicht. Bei grenzüberschreitenden Konstellationen kann ein Rechtsdienstleister beauftragt werden.
  • Gewerbeanmeldung – sie ist meist mit geringen Verwaltungsgebühren verbunden, je nach Kommune zwischen 20 und 60 Euro.
  • IHK-Grundbeitrag – wird nicht sofort bei der Gründung fällig, sondern erst nach Ablauf des ersten Geschäftsjahres; als Unternehmerin oder Unternehmer sollten Sie diesen periodischen Kostenpunkt im Liquiditätsplan führen.

Werden Sie in einem Bereich tätig, der einer besonderen Erlaubnis bedarf (z. B. Handwerk oder Finanzdienstleistungen), kommen zusätzliche Genehmigungs- oder Eintragungsgebühren hinzu. Auch diese sind von der zuständigen Stelle zu erfragen.

Offizielle Quellen

Weitere Informationen finden Sie auf den offiziellen Websites:

Alle Angaben ohne Gewähr – bitte prüfen Sie die aktuellen offiziellen Informationen.

NÄCHSTE SCHRITTE (NEXT STEPS)

Sie haben mit dem Rechner einen Überblick gewonnen. Gehen Sie jetzt strukturiert vor:

  1. Kapitalbedarf festlegen: Kalkulieren Sie Ihre Startinvestition mithilfe der Tabelle und halten Sie einen Puffer von 10–20 % für unvorhergesehene Ausgaben ein.
  2. Notar und Beratung anfragen: Holen Sie sich verbindliche Kostenvoranschläge für Beurkundung und Handelsregisteranmeldung. Fragen Sie ausdrücklich nach dem Einsatz des Musterprotokolls.
  3. Geschäftskonto eröffnen: Wählen Sie ein Konto, das eine schnelle Einzahlung des Stammkapitals erlaubt. Einige Banken stellen spezielle Gründungskonten kostenfrei.
  4. Handelsregistereintragung durchführen: Lassen Sie den Vertrag notariell beurkunden und die Anmeldung beim Handelsregister einreichen. Nach der Eintragung ist die UG als haftungsbeschränkt aktiv.
  5. Ämter und Finanzen organisieren: Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden, beim Finanzamt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung einreichen und IHK– sowie Transparenzpflichten klären.
  6. Buchhaltung starten: Legen Sie die Buchhaltungs- und Aufbewahrungspflichten fest, um die UG von Beginn an korrekt zu führen.

Der UG-Gründungskosten-Rechner gibt Ihnen Orientierung – die konkrete Gründung sollte jedoch mit einer fachkundigen Begleitung abgesichert sein. Planen Sie ausreichend Zeit für Rückfragen und Prüfungen ein, damit die Startinvestition nicht zur Stolperfalle wird.

Absolut lesenswert

Neuester Artikel